Ratgeber · Ehevertrag

Ehevertrag: Wann er wirklich sinnvoll ist

Ein Ehevertrag ist kein Misstrauensbeweis, sondern Vorsorge. Er schafft klare Verhältnisse, bevor aus einer Trennung ein Streit wird.

Über einen Ehevertrag zu sprechen, fällt vielen Paaren schwer – dabei ist er nichts anderes als eine vernünftige Vorsorge. Wie eine Versicherung, die man abschließt und hofft, nie zu brauchen. Wer klare Regelungen trifft, solange das Verhältnis gut ist, erspart sich im Ernstfall Streit und hohe Kosten.

Ohne Ehevertrag gelten die gesetzlichen Regelungen: Zugewinngemeinschaft, Versorgungsausgleich und die gesetzlichen Unterhaltsregeln. Diese passen aber nicht zu jeder Lebenssituation. Gerade wenn die Verhältnisse vom Durchschnitt abweichen, kann ein Ehevertrag sinnvoll sein.

Als Rechtsanwalt für Familienrecht in Nürnberg zeige ich Ihnen, wann sich ein Ehevertrag lohnt und wie er fair und rechtssicher gestaltet wird.

Ehevertrag: Wann er wirklich sinnvoll ist – Rechtsanwalt Reinhard Kohl in Nürnberg
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Was ohne Ehevertrag gilt

Ohne Ehevertrag leben Sie automatisch im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bei einer Scheidung wird der während der Ehe erzielte Vermögenszuwachs ausgeglichen, die Rentenanrechte werden geteilt, und es können Unterhaltsansprüche bestehen.

Für viele Paare ist diese gesetzliche Lösung angemessen. Problematisch wird es, wenn die Verhältnisse besonders sind – etwa bei großem Vermögensgefälle, einem Unternehmen oder einer internationalen Ehe. Dann kann die gesetzliche Regelung zu unerwünschten Ergebnissen führen.

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Für wen sich ein Ehevertrag besonders lohnt

Es gibt Konstellationen, in denen ein Ehevertrag fast immer sinnvoll ist. Unternehmer und Selbstständige wollen verhindern, dass im Scheidungsfall der Betrieb gefährdet wird. Bei großem Vermögensunterschied oder erwarteten Erbschaften kann eine klare Regelung Streit vermeiden.

Auch bei Zweitehen mit Kindern aus früheren Beziehungen, bei internationalen Ehen mit Bezug zu verschiedenen Rechtsordnungen oder wenn ein Partner die Kinderbetreuung übernimmt und beruflich zurücksteckt, schafft ein Ehevertrag faire und planbare Verhältnisse.

Auf einen Blick
Unternehmer und Selbstständige
Großes Vermögensgefälle
Erwartete Erbschaften
Zweitehe mit Kindern
Internationale Ehen
Ein Partner steckt beruflich zurück
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Faire Gestaltung statt Übervorteilung

Ein Ehevertrag darf einen Partner nicht einseitig benachteiligen. Regelungen, die einen Ehegatten grob unangemessen schlechterstellen, können von den Gerichten für unwirksam erklärt werden. Ein guter Ehevertrag ist deshalb immer ausgewogen und berücksichtigt die Interessen beider Seiten.

Das ist auch im wohlverstandenen Eigeninteresse: Nur ein fairer Vertrag hält im Ernstfall stand. Ich achte bei der Gestaltung darauf, dass Ihr Ehevertrag rechtssicher und ausgewogen ist – und damit tatsächlich die Sicherheit bietet, die Sie sich davon versprechen.

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Wann ein Ehevertrag verzichtbar ist

Nicht jedes Paar braucht einen Ehevertrag. Wenn beide etwa ähnlich verdienen, kein größeres Vermögen und keine besonderen Risiken vorliegen, führt die gesetzliche Regelung meist zu angemessenen Ergebnissen. Dann kann man auf einen Vertrag getrost verzichten.

Sinnvoll ist aber, sich einmal beraten zu lassen, um die eigene Situation richtig einzuschätzen. Manchmal reicht auch eine Teilregelung, etwa nur zum Versorgungsausgleich oder zum Unternehmen. Ich sage Ihnen offen, ob und in welchem Umfang ein Ehevertrag für Sie sinnvoll ist.

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Auch später noch möglich

Ein Ehevertrag lässt sich nicht nur vor der Hochzeit, sondern auch während der Ehe schließen. Ändern sich die Lebensverhältnisse – etwa durch eine Unternehmensgründung, eine Erbschaft oder die Geburt von Kindern – kann eine nachträgliche Regelung genau der richtige Zeitpunkt sein.

Auch im Zuge einer Trennung ist eine Vereinbarung möglich, dann als Scheidungsfolgenvereinbarung. Es ist also nie zu spät für klare Verhältnisse. Ich berate Sie, welcher Zeitpunkt und welche Form für Ihre Situation am besten passen.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Ist ein Ehevertrag ein Zeichen von Misstrauen?+
Nein, eher von Verantwortung. Er schafft klare Verhältnisse für den Fall der Fälle und schützt beide Partner vor Streit und hohen Kosten.
Was gilt ohne Ehevertrag?+
Die gesetzlichen Regelungen: Zugewinngemeinschaft, Versorgungsausgleich und gesetzlicher Unterhalt. Für viele Paare passend, für besondere Situationen oft nicht.
Für wen lohnt sich ein Ehevertrag besonders?+
Für Unternehmer, bei großem Vermögensgefälle, erwarteten Erbschaften, Zweitehen, internationalen Ehen oder wenn ein Partner beruflich zurücksteckt.
Kann ein Ehevertrag unwirksam sein?+
Ja. Wenn er einen Partner grob einseitig benachteiligt, können Gerichte ihn ganz oder teilweise für unwirksam erklären. Fairness ist entscheidend.
Kann ich einen Ehevertrag auch nach der Hochzeit schließen?+
Ja, jederzeit während der Ehe. Bei geänderten Lebensverhältnissen ist das oft sinnvoll.
Braucht jeder Ehevertrag einen Notar?+
Ja, ein Ehevertrag muss notariell beurkundet werden, um wirksam zu sein. Die inhaltliche Gestaltung bereite ich mit Ihnen vor.

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