Ratgeber · Vertragsrecht

Vertrag widerrufen: Fristen und Voraussetzungen

Nicht jeder Vertrag ist bindend, sobald er geschlossen ist. In vielen Fällen können Verbraucher widerrufen – wenn sie die Regeln kennen.

Ein voreilig abgeschlossener Vertrag, ein übereiltes Online-Geschäft, eine Unterschrift an der Haustür: Manchmal möchte man einen Vertrag rückgängig machen. Viele wissen nicht, dass ihnen in bestimmten Fällen ein Widerrufsrecht zusteht, mit dem sie sich ohne Angabe von Gründen vom Vertrag lösen können.

Das Widerrufsrecht ist ein wichtiger Verbraucherschutz, gilt aber nicht immer und nicht unbegrenzt. Ob es besteht, hängt von der Art des Vertrags und den Umständen des Abschlusses ab. Und es ist an Fristen gebunden, die man kennen muss.

Als Rechtsanwalt für Vertragsrecht in Nürnberg prüfe ich, ob Sie widerrufen können, und helfe Ihnen, sich rechtssicher vom Vertrag zu lösen.

Vertrag widerrufen: Fristen und Voraussetzungen – Rechtsanwalt Reinhard Kohl in Nürnberg
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Wann ein Widerrufsrecht besteht

Ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht vor allem bei Verbraucherverträgen, die im Fernabsatz – also etwa im Internet, per Telefon oder Katalog – oder außerhalb von Geschäftsräumen, etwa an der Haustür, geschlossen wurden. Auch bei vielen Verbraucherdarlehen gibt es ein Widerrufsrecht.

Nicht jeder Vertrag ist widerruflich: Bei Käufen im Ladengeschäft besteht in der Regel kein gesetzliches Widerrufsrecht, ebenso wenig bei bestimmten Ausnahmen wie schnell verderblichen Waren oder individuell angefertigten Produkten. Ich prüfe, ob in Ihrem Fall ein Widerrufsrecht greift.

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Die Widerrufsfrist von 14 Tagen

Die Widerrufsfrist beträgt in der Regel 14 Tage. Sie beginnt allerdings nicht immer mit dem Vertragsschluss, sondern oft erst mit Erhalt der Ware und einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung. Wurde nicht oder falsch über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich die Frist erheblich.

Das ist ein wichtiger Punkt: Fehlerhafte oder fehlende Belehrungen kommen häufig vor und können dazu führen, dass ein Widerruf noch lange nach Ablauf der eigentlichen Frist möglich ist. Ich prüfe, ob die Belehrung korrekt war und welche Frist tatsächlich gilt.

Auf einen Blick
Fernabsatzverträge (Internet, Telefon)
Haustür- und Außergeschäftsraumverträge
Viele Verbraucherdarlehen
Frist meist 14 Tage
Längere Frist bei fehlerhafter Belehrung
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So üben Sie den Widerruf richtig aus

Der Widerruf muss gegenüber dem Vertragspartner erklärt werden. Eine Begründung ist nicht erforderlich. Wichtig ist, dass Sie den Widerruf fristgerecht und beweisbar erklären – am besten schriftlich per E-Mail oder Brief, sodass Zugang und Zeitpunkt belegbar sind.

Die kommentarlose Rücksendung der Ware reicht nicht immer aus. Ich formuliere den Widerruf für Sie rechtssicher und sorge dafür, dass er fristwahrend und beweisbar zugeht, damit es später keinen Streit über die Wirksamkeit gibt.

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Die Folgen des Widerrufs

Mit dem wirksamen Widerruf wird der Vertrag rückabgewickelt: Empfangene Leistungen sind zurückzugewähren. Sie erhalten Ihr Geld zurück, müssen aber in der Regel die Ware zurücksenden. Über die Kosten der Rücksendung und einen möglichen Wertersatz für Gebrauchsspuren gibt es klare Regeln.

Gerade bei Darlehen oder verbundenen Geschäften kann die Rückabwicklung komplexer sein. Ich kläre für Sie, welche Ansprüche und Pflichten sich aus dem Widerruf ergeben, damit Sie nicht auf Kosten sitzen bleiben.

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Andere Wege, sich zu lösen

Besteht kein Widerrufsrecht, gibt es unter Umständen andere Möglichkeiten, sich von einem Vertrag zu lösen – etwa die Anfechtung wegen Irrtums oder arglistiger Täuschung, ein Rücktritt bei Pflichtverletzungen oder eine Kündigung bei Dauerschuldverhältnissen.

Welcher Weg in Ihrem Fall in Betracht kommt, hängt von den Umständen ab. Ich prüfe alle Möglichkeiten und sage Ihnen, wie Sie sich am besten von einem unerwünschten Vertrag lösen können.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Kann ich jeden Vertrag widerrufen?+
Nein. Ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht vor allem bei Fernabsatz- und Haustürgeschäften sowie vielen Darlehen. Beim Kauf im Laden meist nicht.
Wie lange habe ich für den Widerruf Zeit?+
In der Regel 14 Tage. Die Frist beginnt oft erst mit Erhalt der Ware und ordnungsgemäßer Belehrung. Bei Fehlern verlängert sie sich.
Muss ich den Widerruf begründen?+
Nein. Beim gesetzlichen Widerrufsrecht ist keine Begründung nötig. Wichtig ist, dass Sie fristgerecht und beweisbar widerrufen.
Reicht es, die Ware zurückzuschicken?+
Nicht immer. Sicherer ist eine ausdrückliche Widerrufserklärung per E-Mail oder Brief, damit Zugang und Zeitpunkt belegbar sind.
Was passiert nach dem Widerruf?+
Der Vertrag wird rückabgewickelt: Sie erhalten Ihr Geld zurück und senden die Ware zurück. Für die Kosten und Wertersatz gelten klare Regeln.
Was, wenn kein Widerrufsrecht besteht?+
Dann kommen andere Wege in Betracht, etwa Anfechtung, Rücktritt oder Kündigung. Ich prüfe, wie Sie sich vom Vertrag lösen können.

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